Liquiditätsmanagement in der Krise — was wirklich zählt
In der Krise verändert sich Liquiditätsmanagement fundamental — von strategischer Planung zur taktischen Steuerung im Tagesrhythmus. Diese Prinzipien tragen durch.
Die ersten 14 Tage
- Tägliche Cash-Position: Jeden Morgen Stand aller Konten, plus erwartete Bewegungen der nächsten 5 Werktage.
- Zahlungspriorisierung: Klare Reihenfolge — Personal und Steuern zuerst, dann strategische Lieferanten, dann andere.
- Mahnoffensive: Alle offenen Forderungen >7 Tage überfällig persönlich nachverfolgen.
- Verbindlichkeiten strecken: Mit größten Lieferanten neue Zahlungspläne verhandeln.
- Banken-Kommunikation: Linie aktivieren, Erweiterung anfragen — proaktiv, nicht warten.
Strukturen für die Krisenphase
- Tägliches Cash-Meeting: 15 Minuten, GF + Buchhaltung. Was kommt rein, was geht raus?
- Zentrale Freigabe: Über bestimmter Schwelle alle Zahlungen nur mit GF-Freigabe.
- Eingefrorene Investitionen: Alles, was nicht zwingend ist, stoppen.
- Schnelle externe Hilfe: Sanierungsberater oder spezialisierter Steuerberater — wer früh holt, hat mehr Optionen.
Was viele falsch machen
- Verheimlichen: Krise vor Bank, Steuerberater oder Schlüsselmitarbeitern verstecken — beschleunigt fast immer die Eskalation.
- Pauschal kürzen: Rasenmäher-Methode trifft falsche Bereiche.
- Bankrott-Tabu: Insolvenzantragspflichten nicht ignorieren — persönliche Haftung droht.
- Operative Hektik ohne Plan: Aktionismus ersetzt keine Strategie.
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