Risikoinventar erstellen — die jährliche Disziplin, die Existenzen rettet
Ein Risikoinventar ist die zentrale Übersicht aller relevanten Risiken eines Unternehmens — bewertet, priorisiert, mit Verantwortlichen. Wer es einmal jährlich pflegt, deckt blinde Flecken systematisch auf.
Der jährliche Prozess
- Brainstorming im Führungsteam: Alle denkbaren Risiken, geclustert nach Kategorien (strategisch, operativ, finanziell, compliance, extern).
- Bewertung pro Risiko: Eintrittswahrscheinlichkeit (niedrig/mittel/hoch) und finanzielle Wirkung in €.
- Priorisierung: Erwartungswert (Wahrscheinlichkeit × Wirkung) als Sortierkriterium.
- Top-10 mit Maßnahmen: Pro Top-Risiko Vermeidung, Minderung oder Übertragung definieren.
- Verantwortliche und Überprüfungs-Termine.
Was im Inventar nicht fehlen darf
- Klumpenrisiken (Top-Kunden, Top-Lieferanten).
- Schlüsselpersonen-Risiken.
- IT- und Cyber-Risiken.
- Compliance- und regulatorische Risiken.
- Liquiditäts- und Finanzierungs-Risiken.
- Nachfolge- und Eigentumsrisiken.
- Markt- und Wettbewerbsrisiken.
- Reputations-Risiken.
Häufige Fehler
- Brainstorming nur in der Geschäftsleitung — operative Mitarbeiter sehen andere Risiken.
- Bewertung ohne Datenbasis — gefühlte Zahlen.
- Inventar erstellen, dann ein Jahr nicht anschauen.
- Keine konkreten Verantwortlichen.
- Maßnahmen ohne Umsetzungsplan.
Risiken mit Zahlen verknüpfen
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