Zero-Based Budgeting — Budgets von Null aufbauen
Statt das Vorjahres-Budget fortzuschreiben, beginnt Zero-Based Budgeting jedes Jahr bei Null — jede Position muss neu begründet werden. Aufwändig, aber radikal wirksam.
Das Prinzip
Klassische Budgetierung fragt: „Was bekommen wir gegenüber dem Vorjahr — mehr oder weniger?" ZBB fragt: „Was brauchen wir wirklich, um unsere Ziele zu erreichen?" Jede Position muss aus Geschäftsanforderungen heraus begründet werden, nicht aus Tradition.
Wann ZBB sich lohnt
- Bei strategischer Neuausrichtung oder Restrukturierung.
- Wenn Strukturen über Jahre gewachsen sind und niemand mehr weiß, was eigentlich nötig ist.
- In Sanierungs-Situationen mit klarem Spar-Druck.
- Bei Investor-/PE-getriebenen Optimierungen.
Wann ZBB überzogen ist
- In stabilen Geschäften mit erprobten Strukturen.
- Bei kleinen Unternehmen, wo der Aufwand das Ergebnis übersteigt.
- In Wachstumsphasen, wo Tempo wichtiger als Optimierung ist.
Stolperfallen
- Theater statt Substanz: Alle begründen alles — aber inhaltlich ändert sich nichts.
- Tunnelblick auf Kosten: Wertschöpfung wird mitamputiert.
- Demotivation: Wer ständig „seine Existenz begründen" muss, wird zynisch.
- Zu hoher Aufwand: ZBB jährlich ist meist überzogen — alle 3–4 Jahre reicht.
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