EBITDA erklärt — was die Kennzahl wirklich sagt (und was nicht)
Was bedeutet EBITDA?
EBITDA steht für Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization — auf Deutsch: Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte.
Berechnung:
| Jahresüberschuss |
| + Steuern |
| + Zinsaufwand |
| + Abschreibungen (auf Sachanlagen) |
| + Amortisation (auf immaterielle Werte) |
| = EBITDA |
Was EBITDA zeigt
EBITDA misst die operative Ertragskraft eines Unternehmens — bereinigt um Finanzierungsstruktur (Zinsen), Steuerregime und Investitions-Historie (Abschreibungen). Das macht sie zur bevorzugten Kennzahl bei Vergleichen über Branchen, Länder und Unternehmensgrößen hinweg.
Beispiel: Zwei Unternehmen mit gleichem Umsatz und gleicher operativer Performance können sehr unterschiedliche Nettogewinne haben — weil eines hoch verschuldet ist (= hohe Zinsen) und das andere viel investiert hat (= hohe Abschreibungen). Im EBITDA werden beide vergleichbar.
Was EBITDA verschweigt
Die berühmte Warnung von Warren Buffett: „Does management think the tooth fairy pays for capital expenditures?" — EBITDA ignoriert Abschreibungen, also den Wertverlust der investierten Anlagen. Bei kapitalintensiven Geschäftsmodellen (Produktion, Logistik, Hotels) ist das ein massiver Schönfärbungs-Effekt.
Ebenso unsichtbar: das Working Capital. Ein Unternehmen kann hohes EBITDA ausweisen und trotzdem chronisch klamm sein, wenn Forderungen und Lagerbestände wachsen.
EBITDA-Marge — die zugehörige Quote
EBITDA-Marge = EBITDA / Umsatz × 100. Sie zeigt, wie viel von jedem Umsatz-Euro als operativer Ertrag übrig bleibt. Je nach Branche normal:
- Handel / E-Commerce: 3–10 %
- Industrie: 10–20 %
- Software / SaaS: 20–40 %
- Dienstleistungen: 10–25 %
Kennzahlen sauber einordnen
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