Gearing Ratio — wie verschuldet ist dein Unternehmen wirklich?
Der Gearing Ratio misst, wie stark dein Unternehmen fremdfinanziert ist — und damit, wie risikoreich seine Kapitalstruktur ist. Eine der zentralen Bonitäts-Kennzahlen.
Die Formel
Gearing Ratio = Fremdkapital / Eigenkapital × 100
Manchmal auch als Net Gearing: (Fremdkapital − liquide Mittel) / Eigenkapital × 100 — berücksichtigt vorhandenes Cash als Kompensation der Schulden.
Richtwerte
- < 50 %: Konservative Struktur — typisch für Familienunternehmen, viel Stabilität.
- 50–100 %: Ausgewogene Struktur — gesund für die meisten KMU.
- 100–200 %: Erhöhter Hebel — typisch für wachsende Unternehmen oder kapitalintensive Geschäfte.
- > 200 %: Hoher Verschuldungsgrad — anfällig bei Zinsänderungen oder Krisen.
Branchen-Vergleich entscheidend: Versorger oder Bauträger leben mit höherer Verschuldung als Software-Unternehmen.
Was die Kennzahl steuerungsrelevant macht
- Bonität bei Banken: Hoher Gearing senkt Rating, erhöht Zinsen.
- Krisen-Resilienz: Hohe Verschuldung verstärkt Krisen-Effekte (Hebel wirkt in beide Richtungen).
- Investitions-Flexibilität: Bei hohem Gearing wenig Spielraum für neue Kredite.
- Eigentümer-Rendite: Höherer Hebel kann die Eigenkapital-Rendite steigern — bei höherem Risiko.
Kapitalstruktur transparent
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