Zinsdeckungsgrad — wie sicher kannst du Zinsen bedienen?
Der Zinsdeckungsgrad misst, wie oft das operative Ergebnis die laufenden Zinsen abdeckt. Eine der wichtigsten Bonitäts-Kennzahlen aus Sicht der Banken.
Die Formel
Zinsdeckungsgrad = EBIT / Zinsaufwand
Beispiel: EBIT 500.000 €, Zinsaufwand 100.000 € → Zinsdeckungsgrad 5,0. Das operative Ergebnis deckt die Zinsen 5-fach.
Richtwerte
- > 5: Sehr komfortabel — viel Puffer.
- 3–5: Solid, von Banken positiv bewertet.
- 1,5–3: Akzeptabel, aber kein Polster für Schwankungen.
- 1–1,5: Eng — kleine Ergebnis-Schwankungen werden problematisch.
- < 1: Operatives Ergebnis deckt nicht einmal die Zinsen — strukturelle Schieflage.
Warum die Kennzahl gerade jetzt wichtiger wird
Mit den Zinsanstiegen seit 2022 hat sich die Bedeutung des Zinsdeckungsgrades verschoben. Unternehmen, die bei 0,5 % Zinsen einen ICR von 12 hatten, kommen bei 6 % Zinsen oft auf 1,5–2. Banken beobachten den Trend dieser Kennzahl genauer als je zuvor.
Konsequenz für Unternehmer: Bei jeder Refinanzierung den ICR neu prüfen — und gegebenenfalls Maßnahmen zur Stärkung des operativen Ergebnisses einleiten, bevor die Bank fragt.
ICR im Trend beobachten
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