Prozesskostenrechnung — Gemeinkosten verursachungsgerecht zuordnen
Klassische Vollkostenrechnung verteilt Gemeinkosten pauschal — und produziert damit oft irreführende Produkt- und Kunden-Profitabilitäten. Prozesskostenrechnung schafft Ehrlichkeit.
Was Prozesskostenrechnung anders macht
Statt Gemeinkosten nach Schlüsseln (z. B. „pro Stück" oder „pro €-Umsatz") zu verteilen, werden sie über tatsächliche Prozesse (Auftragsabwicklung, Bestellung, Kundenbetreuung) den jeweiligen Verursachern zugeordnet. Ein Kleinauftrag verursacht oft denselben administrativen Aufwand wie ein Großauftrag — Prozesskostenrechnung macht das sichtbar.
Wann sie sich lohnt
- Bei stark unterschiedlichen Auftragsgrößen oder Komplexitäten.
- Wenn der Verdacht besteht, dass Kleinaufträge oder kleine Kunden defizitär sind.
- Bei Industrien mit hohem Anteil indirekter Kosten (Logistik, Beratung, IT).
- Vor strategischen Entscheidungen (Sortimentsbereinigung, Pricing).
Pragmatischer Einstieg
- 3–5 Hauptprozesse identifizieren: Z. B. Angebot, Auftragsabwicklung, Versand, Kundenservice.
- Prozesskosten ermitteln: Anteilige Personal- und Sachkosten pro Prozess.
- Prozesshäufigkeiten zählen: Wie oft läuft jeder Prozess pro Auftrag/Kunde?
- Kosten pro Prozessdurchlauf: Gesamtkosten / Anzahl Durchläufe.
- Zuordnen: Pro Auftrag/Kunde die Prozesskosten kumulieren.
Erkenntnisse oft eindrucksvoll: Kleinaufträge unter X € Umsatz machen Verlust, kleine Kunden mit vielen Sonderwünschen erodieren die Marge.
Prozesskosten transparent
SolvGuard kann helfen, Liquiditaets-, Cashflow- und Szenarioannahmen zu pruefen. Vollstaendige GuV-, Bilanz- oder Bonitaetsbewertungen ersetzt es nicht.
SolvGuard ansehen →