Working Capital erklärt — die unterschätzte Steuerungsgröße
Definition und Formel
Working Capital = Umlaufvermögen − kurzfristige Verbindlichkeiten
Das Umlaufvermögen umfasst vor allem Vorräte, Forderungen und liquide Mittel. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind alle Schulden mit Fälligkeit unter einem Jahr — typischerweise Lieferantenverbindlichkeiten.
Häufig wird auch das Net Working Capital (NWC) verwendet, das die liquiden Mittel und kurzfristigen Bankverbindlichkeiten herausrechnet, um nur das operativ gebundene Kapital zu zeigen.
Warum Wachstum Working Capital frisst
Wenn ein Unternehmen wächst, wachsen typischerweise mit:
- Lagerbestände (Vorfinanzierung für mehr Aufträge)
- Forderungen (mehr Kunden mit Zahlungsziel)
- Personalkosten und Material (vor dem Geldeingang)
Resultat: Auch profitables Wachstum bindet Cash. Faustregel im KMU: Bei 30 % Umsatzwachstum kann sich das Working Capital um 30 % erhöhen — und damit eine echte Liquiditätslücke aufreißen.
Drei Hebel zur Steuerung
1. Forderungslaufzeit verkürzen: Frühere Rechnungsstellung, Skonti, konsequentes Mahnwesen, Factoring bei Bedarf.
2. Lagerbestände reduzieren: Just-in-Time, ABC-Analyse, Auflagengrößen optimieren.
3. Verbindlichkeiten-Laufzeit nutzen: Zahlungsziele bei Lieferanten ausschöpfen, ohne die Beziehung zu belasten.
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