IT-Investitionen bewerten — wenn Nutzen schwer quantifizierbar ist
IT-Investitionen sind notorisch schwer zu bewerten — Nutzen ist oft indirekt, Kosten oft höher als geplant. Diese Struktur hilft bei einer ehrlichen Beurteilung.
Die wahren Kosten (TCO)
Total Cost of Ownership umfasst weit mehr als Lizenz oder Kaufpreis:
- Lizenz / Kaufpreis der Software/Hardware
- Implementierung (Eigenleistung + externe Berater)
- Schulung der Mitarbeiter
- Integration in bestehende Systeme
- Wartung und Support (oft 15–25 % p. a. vom Kaufpreis)
- Hardware und Hosting
- Updates und Releases
- Migrations-Kosten beim späteren Ausstieg
Faustregel: TCO ist 2–3× der Anschaffungspreis über 5 Jahre.
Den Nutzen quantifizieren
Direkte Effizienz-Effekte sind oft leichter zu quantifizieren:
- Zeitersparnis × Stundensatz × Häufigkeit pro Jahr.
- Eingesparte externe Dienstleistungen.
- Geringere Fehlerquote × Fehlerkosten.
Indirekte Effekte schwieriger, aber wichtig:
- Bessere Entscheidungen durch bessere Daten.
- Mitarbeiterzufriedenheit, geringere Fluktuation.
- Wettbewerbsvorteile durch neue Fähigkeiten.
- Skalierbarkeit für künftiges Wachstum.
Die typischen Bewertungsfallen
- Nur die Lizenz, nicht TCO rechnen.
- Implementierungsaufwand unterschätzen (Faktor 2–3 typisch).
- Schulungsaufwand für Endnutzer ignorieren.
- Veränderungsmanagement vergessen — beste Software nutzt nichts, wenn keiner damit arbeitet.
- Vendor-Lock-in-Risiken nicht berücksichtigen.
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