Kalkulation von Projekten — Material, Arbeit, Risiko
Im Handwerk entscheidet die Kalkulation über die Marge — und damit über die langfristige Überlebensfähigkeit. Wer zu knapp kalkuliert, arbeitet, ohne zu verdienen.
Die Kostenkomponenten
- Material: Einkaufspreis plus üblicher Aufschlag (10–25 % je nach Branche).
- Lohn: Voller Stundensatz inkl. aller Nebenkosten — nicht der Bruttolohn.
- Gemeinkosten: Werkstatt, Fahrzeuge, Versicherungen — anteilig pro Stunde.
- Gewinnaufschlag: 5–15 % je nach Branche und Wettbewerb.
- Risikozuschlag: Für Unvorhergesehenes, typisch 5–15 %.
- Skonti / Nachlässe einkalkulieren, nicht später abziehen.
Den vollen Stundensatz richtig ermitteln
Häufiger Fehler: Mit dem reinen Brutto-Stundenlohn kalkulieren. Tatsächlich umfasst der „Vollkosten-Stundensatz":
- Bruttolohn + Lohnnebenkosten (~25–30 %)
- Krankheit, Urlaub, Feiertage (~20 %)
- Anteilige Gemeinkosten
- Unproduktive Zeiten (Anfahrt, Vorbereitung, Verwaltung)
Realistisch: Ein 35.000 € Brutto-Mitarbeiter kostet 60–80 € pro verrechnete Stunde — nicht 22 €.
Typische Kalkulationsfehler
- Risikozuschlag vergessen oder zu niedrig.
- Materialaufschlag zu niedrig — Beschaffungskosten unbeachtet.
- „Zubehör" und Kleinteile pauschal mitlaufen lassen.
- Nachträge im Wettbewerb verschenken statt einfordern.
- Stundenzeiten zu optimistisch geschätzt.
Projekt-Kalkulation transparent
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