Stundensatz kalkulieren — die ehrliche Berechnung

Der häufigste Fehler bei Dienstleistern: Der Stundensatz wird auf Basis des „Wunsch-Bruttogehalts geteilt durch 1.680 Stunden" berechnet. Ergebnis: ein Stundensatz, der das Geschäft strukturell unprofitabel macht.

Die ehrliche Rechnung — Schritt für Schritt

1. Zielgehalt (brutto pro Jahr): Was möchtest du verdienen? Beispiel: 80.000 €.

2. Lohnnebenkosten (Sozialabgaben, Steuern): Bei Freelancern ca. 25–35 % zusätzlich. Bei Angestellten der Vollkostensatz inkl. AG-Anteil.

3. Betriebskosten: Büro, Software, Reisen, Versicherungen, Weiterbildung, Akquise. Bei Solo-Dienstleistern oft 15.000–30.000 € pro Jahr.

4. Verrechenbare Stunden: Nicht 1.680! Realistisch bei Solo-Dienstleister: 1.000–1.300 Stunden pro Jahr. Rest geht für Akquise, Verwaltung, Urlaub, Krankheit drauf.

5. Zielmarge: 15–30 % als Reserve für Wachstum und Risiko.

Beispielrechnung: 80.000 (Wunschgehalt) × 1,30 (Nebenkosten) + 20.000 (Betriebskosten) + 25 % (Marge) = 162.500 € Jahresziel ÷ 1.100 Stunden = 148 € Stundensatz.

Was die wenigsten beachten

Was der Markt zahlt — und wie du argumentierst

Marktkonditionen sind nur eine Plausibilitätsprüfung, kein Auftrag, dich zu unterbieten. Wenn dein berechneter Stundensatz über dem Markt liegt: Frage warum (Positionierung? Wertargumentation?) — nicht: senke automatisch. Wenn er deutlich darunter liegt: lass dir vom Markt sagen, was du wirklich wert bist.

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