Lieferanten-Zahlungsziele verhandeln — ohne Beziehung zu opfern
Lieferanten-Zahlungsziele sind der größte zinslose Kredit, den ein Unternehmen bekommt. Wer sie strategisch verhandelt, gewinnt oft Wochen Liquiditätspuffer — ohne einen Cent Zins zu zahlen.
Was branchen-üblich ist
- Handel: 30 Tage netto, oft mit Skonto-Option.
- Industrie: 30–60 Tage netto, größere Beträge oft 90 Tage.
- Bau: 30 Tage, mit Sicherungseinbehalt-Optionen.
- IT / Software: 14–30 Tage, oft Vorkasse oder Abo.
- Energie / Telco: Lastschrift bei Fälligkeit.
Verhandlungshebel
Volumen-Argument: „Wir würden gern jährlich X mehr abnehmen, brauchen dafür Y Zahlungsfrist."
Langfristigkeit: „Wir wollen Sie als Lieferanten 5+ Jahre halten — können wir die Konditionen entsprechend anpassen?"
Beziehungsdauer: Bei langjährigen Lieferanten oft pragmatisch lösbar.
Marktbedingungen: „Ihr Wettbewerb bietet 60 Tage — können Sie das auch?"
Gegenleistung: Längere Zahlungsfrist gegen Mehrvolumen, Exklusivität oder Referenz-Status.
Was du vermeiden solltest
- Stille Verlängerung: Statt zu verhandeln einfach später zahlen. Vernichtet Vertrauen, oft Lieferstopp.
- Zu aggressive Forderungen: 120 Tage von einem kleinen Lieferanten ist existenzgefährdend für ihn.
- Nur einseitig denken: Was bietest du dem Lieferanten als Ausgleich?
- Verhandlung in der Krise: Wer aus Schwäche verhandelt, verliert oft.
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