Cash Conversion Cycle — die Tage zwischen Cash-out und Cash-in
Der Cash Conversion Cycle misst, wie viele Tage zwischen deinem Geldausgang (Material) und deinem Geldeingang (Kundenzahlung) liegen. Je kürzer, desto liquider — diese Kennzahl gehört in jedes Cockpit.
Die Formel
CCC = DIO + DSO − DPO
- DIO (Days Inventory Outstanding): Wie lange liegt Material durchschnittlich im Lager?
- DSO (Days Sales Outstanding): Wie viele Tage dauert es nach Rechnungsstellung bis zum Geldeingang?
- DPO (Days Payable Outstanding): Wie viele Tage lassen wir uns zur Bezahlung von Lieferantenrechnungen?
Typische CCC-Werte: Handel 30–60 Tage, Industrie 60–120 Tage, Software (SaaS) oft negativ (Kunde zahlt vor Leistung).
Warum die Kennzahl so aussagekräftig ist
Der CCC zeigt, wie kapitalintensiv das Geschäftsmodell ist. Apple operiert mit negativem CCC — die Lieferanten finanzieren das Geschäft. Klassische Industrie mit 90+ Tagen CCC muss Wachstum aufwendig vorfinanzieren.
Eine CCC-Verkürzung um 10 Tage bei 50 Mio. € Umsatz = ~1,4 Mio. € freigesetzte Liquidität. Diese Hebelwirkung wird oft unterschätzt.
Konkrete Hebel
- DIO senken: Lagerumschlag erhöhen, Just-in-Time einführen, langsame Bestände aussortieren.
- DSO senken: Schnellere Rechnungsstellung, Skonto-Anreize, konsequentes Mahnwesen, Factoring.
- DPO erhöhen: Längere Lieferanten-Zahlungsziele verhandeln (ohne Skonti zu verlieren).
WichtigDPO erhöhen darf nicht heißen, Lieferanten zu zahlungsschwach werden zu lassen. Beziehungsschaden ist langfristig teurer als der kurzfristige Liquiditätsgewinn.
CCC laufend messen
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