Liquiditätskennzahlen — die 6 wichtigsten Kennzahlen im Überblick

Liquidität lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl messen. Diese sechs Kennzahlen zusammen geben das vollständige Bild — und decken unterschiedliche Zeithorizonte ab.

Die drei klassischen Liquiditätsgrade

GradFormelRichtwert
1. Grad (Cash Ratio)Liquide Mittel / kurzfr. Verbindlichkeiten × 10010–30 %
2. Grad (Quick Ratio)(Liquide Mittel + Forderungen) / kurzfr. Verbindlichkeiten × 100~100 %
3. Grad (Current Ratio)Umlaufvermögen / kurzfr. Verbindlichkeiten × 100120–200 %

Werte unter 100 % beim 2. Grad sind ein Alarmzeichen — sie bedeuten, dass selbst inkl. Forderungen die kurzfristigen Schulden nicht gedeckt sind.

Working Capital Ratio

Working Capital Ratio = Working Capital / Umsatz × 100

Diese Kennzahl zeigt, wie viel Prozent des Umsatzes als Working Capital gebunden sind. Steigt der Wert über Quartale hinweg, bindet das Wachstum überproportional Kapital — eine klassische Cash-Falle.

Cash Conversion Cycle (CCC)

CCC = Forderungslaufzeit + Lagerdauer − Lieferantenkreditdauer (alle in Tagen)

Der CCC misst, wie viele Tage zwischen Geldausgang (für Material) und Geldeingang (vom Kunden) vergehen. Je niedriger, desto besser. Bei Konzernen wie Apple liegt der CCC im negativen Bereich (Lieferanten finanzieren das Geschäft mit). Im KMU sind 30–60 Tage typisch — über 90 Tage wird es kritisch.

Operative Cash-Reichweite

Cash-Reichweite = Liquide Mittel / monatliche Fixkosten

Diese pragmatische Kennzahl beantwortet die Frage: Wie viele Monate könnten wir ohne Umsatz weitermachen? Unter 3 Monaten ist eng, unter 1 Monat existenziell. Für Startups ist sie unter dem Namen Runway die zentrale Steuerungsgröße.

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