Term Sheet verstehen — die Klauseln, die wirklich zählen
Im Term Sheet werden die Spielregeln der nächsten Jahre festgelegt. Wer die kritischen Klauseln nicht versteht, gibt mehr ab als nötig.
Die kritischen Klauseln
- Bewertung (Pre/Post-Money): Basis aller weiteren Berechnungen — Verwässerung, Anteile, künftige Verhandlungspositionen.
- Liquidation Preference: Wer bekommt im Exit zuerst was? 1x non-participating ist Standard; 2x participating ist deutlich gründer-feindlich.
- Anti-Dilution-Protection: Schutz für Investoren bei späteren Down-Rounds. „Full ratchet" ist hart, „weighted average" fairer.
- Vesting: Wenn Gründer das Unternehmen verlassen, was passiert mit ihren Anteilen?
- Vetorechte: Welche Entscheidungen brauchen Investor-Zustimmung? Standard ist eine begrenzte Liste — uferlose Vetorechte lähmen das Unternehmen.
- Board-Besetzung: Wer sitzt mit am Tisch? Mehrheit der Gründer oder der Investoren?
- Tag-Along / Drag-Along: Was passiert beim Verkauf der Anteile?
Was Standard ist und was nicht
Mit erfahrenen Frühphasen-Investoren in DACH:
- 1x non-participating liquidation preference — Standard.
- Weighted average anti-dilution — Standard.
- 4-Jahre-Vesting mit 1-Jahr-Cliff — Standard.
- Investoren erhalten 1 Board-Sitz pro signifikante Beteiligung — Standard.
- Vetorechte auf zentrale strategische Entscheidungen — Standard.
Wer Klauseln sieht, die deutlich aggressiver sind, sollte verhandeln oder den Investor wechseln.
Was du auf jeden Fall machen solltest
- Erfahrenen Anwalt mit VC-Schwerpunkt einbeziehen — die paar Tausend Euro sparen oft Millionen.
- Term Sheet mit anderen Gründern besprechen, die bereits Runden gemacht haben.
- Bei mehreren Investor-Angeboten Konditionen verhandeln.
- Term Sheet ist meist „non-binding" — aber Verhandlungspositionen werden danach selten besser.
Captable und Term-Sheet-Wirkung simulieren
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