Deckungsbeitrag im E-Commerce — der ehrliche Blick auf die Marge
Im E-Commerce sind viele Shops umsatzstark und ergebnisarm. Der Grund: Die Margenrechnung bleibt oft auf der Oberfläche, während die echten Kostenfresser unter der Wasserlinie liegen.
Was alles vom Verkaufspreis abgeht
Realistische E-Commerce-Margenrechnung pro Bestellung:
| Bruttoumsatz | 100 € |
| − USt. (19 %) | −16 € |
| = Nettoumsatz | 84 € |
| − Wareneinkauf | −30 € |
| − Versand (inkl. Verpackung) | −6 € |
| − Zahlungsabwicklung (2,5 %) | −2 € |
| − Marktplatz-Provision (10 %) | −8 € |
| − Retourenquote × Retourenkosten | −6 € |
| = DB1 | 32 € |
| − CAC (Marketing pro Bestellung) | −15 € |
| = DB2 | 17 € |
Vom 100-€-Umsatz bleiben 17 € als echter Beitrag zur Fixkostendeckung. Wer ohne diese Rechnung skaliert, skaliert oft Verluste.
Die unterschätzten Kostenpositionen
- Retourenquote: Im Fashion-Bereich oft 30–50 % — jede Retoure kostet 8–15 € (Logistik, Prüfung, Wiedereinlagerung, Wertminderung).
- Zahlungsabwicklung: 1–3,5 % je nach Zahlungsart. Klarna teurer als Vorkasse.
- Marktplatz-Provisionen: Amazon 8–15 %, eBay 10–12 %, eigener Shop 0 %.
- CAC: Marketing-Ausgaben geteilt durch Anzahl Neukunden — bei Performance-Marketing oft die größte versteckte Position.
Was den DB verbessert
- Bestellwert erhöhen (Bundles, Mindestbestellwert, Cross-Sell).
- Retourenquote senken (bessere Produktbeschreibungen, Größenberatung).
- Wiederkaufrate steigern — CAC wird über mehrere Bestellungen verteilt.
- Direktvertrieb stärken — keine Marktplatz-Provision.
E-Commerce-Marge ehrlich sehen
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